STUDIUM und BEHINDERUNG – MEETING mit dem PRÄSIDENTEN und dem KANZLER der HNEE

Das gestrige Treffen mit dem Präsidenten und dem Kanzler ist positiv verlaufen und hat auch – wie intendiert – etwas in Bewegung gebracht, um die Situation für Studierende mit Behinderung an der HNEE zu verbessern. Wenngleich das Gespräch an manchen Stellen etwas zäh und holprig war, weil es generell noch ein weiter Weg ist, die ableistischen Denkmuster der nichtbehinderten Dominanzgesellschaft (Nondisabled PrivilegesNondisabled Fragility) zu durchdringen, war es dennoch ein höflich-freundliches, wertschätzendes und vor allem konstruktives und lösungsorientiertes Gespräch.

Mein Dank gilt dem HNEE-Präsidenten und dem HNEE-Kanzler für deren Offenheit und Bereitschaft, zu mehr Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung und Allyship für Menschen mit Behinderung beizutragen. Ganz besonders möchte ich mich bei einer RADAR-Teamkollegin und bei der HNEE-Koordinatorin Antirassismusarbeit für ihr Dabeisein und ihre Unterstützung bedanken. Und natürlich danke ich auch allen, die im Geiste mit uns waren und uns die Daumen drückten.

Damit die angesprochenen Problembereiche und getroffenen Vereinbarungen nicht in Vergessenheit geraten, habe ich im Namen des RADAR einen stichwortartigen Aktionsplan zum Thema „Studieren mit Behinderung“ zusammengestellt (siehe unten).

Als schwerbehinderte Insiderin und Betroffene musste ich – weil es an der HNEE keine Behindertenvertretung für Studierende gibt – selbst recherchieren und hatte auch ausführliche Mail-Korrespondenzen sowie lange Telefonate mit kompetenten Ansprechpersonen von Behindertenverbänden und Behörden. Für mich als selbst Involvierte und Betroffene war das nicht nur vom Zeit- und Energieaufwand, sondern vor allem auch emotional sehr anstrengend. Die detaillierten Ergebnisse dieser ehrenamtlichen Recherchearbeit werde ich demnächst auf der neuen RADAR-Website veröffentlichen, damit andere Studierende (und auch Mitarbeitende der HNEE) auf essentielle Infos zurückgreifen können.

Somit hat sich RADAR (Referat für Antidiskriminierung und Antirassismus) erfolgreich für Studierende mit Behinderung eingesetzt – ein bislang an der HNEE kaum berücksichtigter Bereich. Auch weiterhin wird sich RADAR aktiv im Sinne der Nachhaltigkeitsgrundsätze Diversity, Antidiskriminierung, Gleichstellung und Chancengleichheit für alle Studierenden engagieren.

Übrigens: Behindertenparkplätze vor Ort sind gesetzliche Pflicht – auch und insbesondere für eine Hochschule als öffentlicher Ort für das Menschenrecht des „lebenslangen Lernens“. Zugänglichkeit, Erreichbarkeit und Nutzbarkeit von Bildung muss für alle Menschen gewährleistet sein, so steht es in der UN-Behindertenrechtskonvention, welche von Deutschland ratifiziert wurde, und ebenso in allen anderen Teilhabe- und Gleichstellungsgesetzen zum Thema Behinderung.
Und die Deutschkurse für Geflüchtete können wieder an der HNEE durchgeführt werden!
Mirjam Silber

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