Info zum Wohnprojekt

Entstehungsgeschichte

Schon bei den ersten Treffen mit Geflüchteten im Palanca wurde deutlich, dass Wege aus der schlechten Wohnsituation in den Heimen besondere Wichtigkeit hatten: Geflüchtete mit Duldung im Landkreis Barnim haben prinzipiell kaum die Möglichkeit, Wohnungen zu mieten, zudem wollen die Wohnbau-Gesellschaften in Eberswalde nicht direkt an Geflüchtete vermieten, weil es bei bisherigen Vermietungen Probleme gegeben habe.

Die Palanca-Unterstützungsgruppe (PUG) entwickelte daher mit einem befreundeten Berliner Verein „absent friends eV“ den Vorschlag an die städtischen Wohnungsbaugesellschaft WHG, dass der Berliner Verein als Hauptmieter – in Absprache mit Palanca und den Communities der Geflüchteten – Untermietverträge unabhängig vom Aufenthaltsstatus ausgeben und verwalten könne. Die Verantwortlichen der WHG erwiesen sich als sehr kooperativ, sodass die ersten Wohnungen bereits am 01.11.2016 angemietet wurden, Renovierung und Einrichten waren gemeinschaftliche Tätigkeiten. Es existieren zahlreiche bürokratische Notwendigkeiten durch die Mietzahlungen von unterschiedlichen Ämtern: Betreuung des Wohnprojekts durch Palanca e.V. und die Peer-to-Peer-Beratung von Schwarzen Menschen für Schwarze Menschen und andere Geflüchtete erfordert viel Arbeit. Wichtige Grundlage ist die sehr intensive ehrenamtliche Arbeit durch Verantwortliche des Vereins „absent friends eV“ bei Finanzübersicht und Vereinsbuchhaltung für die Hauptmietverträge.

Aktueller Stand

Die Kooperation mit der WHG läuft sehr gut, das Wohnen im Wohnprojekt wird von den Geflüchteten geschätzt, auch wenn selbständige Arbeit gefragt ist, z.B. Instandhalten, Renovieren und Einrichten. Dies zeigt auch die lange Warteliste an Interessierten – anders als in den Heimen wird hier auch Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung und
Selbstbewusstsein der geflüchteten Menschen gefördert, die aufgrund ihrer Fluchtgeschichte häufig schwer traumatisiert sind. Das Wohnprojekt hat sich teilweise positiv als Sprungbrett erwiesen: vom Heim ins Wohnprojekt und von dort zur eigenen Wohnung. Für viele Geflüchtete entsteht durch das Wohnprojekt eine größere Chance, einen Job und eine eigene Wohnung zu finden, was aus den Heimen heraus zumeist unmöglich ist.

Aktuell leben 20 Menschen aus vier unterschiedlichen Communities in den 9 Wohnungen, welche zu dem Wohnprojekt gehören. Die monatliche Vollversammlung der Mieter*innen bleibt wohl trotz Corona Treffpunkt und Entscheidungsort: Wer eine Wohnung bekommt, wird von den beiden zur Zeit aktiven Communities aus Eritrea und Somalia gemeinsam mit Palanca e.V. entschieden. Die neuen Mieter*innen finden bei Palanca e.V. natürlich immer Ansprechpartner*innen, die sie bei Fragen und Problemen unterstützen.

Wie geht es weiter?

Palanca e.V. möchte das erfolgreiche Wohnprojekt fortführen und gegebenenfalls auch erweitern. Die Aktiven des Vereins absent friends haben zugesagt, ihre ehrenamtlichen Arbeiten fortzusetzen. Gegenwärtig haben sich einzelne aktive Mitglieder der Eritrea- und Somalia-Community gefunden, die sich an Organisation und Verwaltung des Wohnprojektes beteiligen. Es wird für sie viel Zeit und Geduld erfordern, sich in die bürokratischen Notwendigkeiten deutscher Verwaltungen hinein zu versetzen – eine Unterstützung dabei wäre höchst erwünscht. Die Bildung des Palanca-Teams und die Wiederbelebung der PUG (Palanca-Unterstützungsgruppe) sind dabei wichtige Schritte. Notwendig bleibt die Fortführung der hauptamtlichen Stelle bei Palanca – die Finanzierung durch absent friends eV läuft mittelfristig aus, neue Anstrengungen haben bereits begonnen.

Ansprechpartner

Augusto Jone Munjunga, Palanca e.V.
Tel: +49 3334 3822563
Mobil: +49 157 84296740
E-Mail: palancaev@gmx.de